Mae Hong Son Loop – Rausch von Freiheit Teil 4

Nachdem Kong Mu Mae Hong Sonwir gestern berauscht vom Freiheitsgefühl förmlich durch die Bergwelt Thailands von Mae Sariang nach Mae Hong Son flogen und am Abend einer beeindruckenden traditionellen Zeremonie bewohnen durften, sollten wir heute auf eine harte Probe gestellt werden. Ob wir dennoch unsere Tour entlang der Mae Hong Son Loop fortsetzen konnten und was diese Probe überhaupt war, erfährst du im weiteren Artikel.

Zwischen Regen, Kälte und ungeahnt beeindruckenden Momenten

Als wir am nächsten Morgen erwachten, hörten wir bereits sanft den Regen auf das Dach unserer Unterkunft in Mae Hong Son trommeln. Na toll, wer hatte denn dieses Wetter bestellt. Ich passte eine Regenpause ab und schnappte mir meine Sportsachen, um ein paar Runden um den See zu joggen und die öffentlichen Sportgeräte zu nutzen. Außerdem konnte ich so besser nachdenken und planen. Als ich zurückkehrte, war zunächst erst einmal Kriegsrat angesetzt. Was sollten wir tun bei dem Wetter? Weiterfahren? Bleiben? Das Problem war, dass wir den Großteil unserer Anziehsachen im Hostel in Chiang Mai eingelagert hatten, um nur mit einem Rucksack unterwegs zu sein. Somit war die Auswahl an Kleidung eher knapp bemessen und bis auf meine dünne Regenjacke, die ich glücklicherweise dabeihatte, hatten wir auch keinerlei Sachen mit, die für dieses Wetter geeignet waren. Nicht nur, dass es regnete, nein. Die Temperatur war auch von 25-30°C auf 12°C abgestürzt.

Bibber, war das kalt!

Mit so etwas hatten wir nun wahrlich nicht gerechnet und waren dementsprechend auch nicht darauf vorbereitet. Wir überlegten hin und her, was wir tun könnten. Erschwerend zu dem Wetter kam auch noch der geplante Besuch der Prinzessin hinzu, wodurch die Hauptstraße und der Highway ab Mittag komplett gesperrt werden sollten. Somit mussten wir uns mit einer Entscheidung beeilen. Um nicht in Mae Hong Son festzusitzen, entschlossen wir uns letztendlich, es zu versuchen und die Tour ohne Pause fortzusetzen. Mittlerweile hatte es auch aufgehört zu regnen und wir hofften, irgendwie einigermaßen trocken über den Tag zu kommen. Also packten wir unsere Sachen und schon ging es los.

Der Hausberg von Mae Hong Son

Unser erstes Ziel war der Kong Mu Berg, auf dessen Gipfel der Son Wat Phra That Doi Kong Mu Tempel liegt. Er kann von überall aus der Stadt oben auf seinem Berg thronend gesehen werden. Kong Mu Mae Hong SonDie zwei weißen Chedi wurden im 19. Jahrhundert errichtet und dienen als bedeutendster Pilgerort der Region. Das Besondere an den Tempeln sind nicht die Chedis an sich, sondern die wundervolle Aussicht, die sich vor einem ausbreitet. Vom Gipfel des Berges aus, lässt sich Mae Hong Son von oben her bestaunen. Der kleine See mit seinen Chedis fällt sofort ins Auge und auch der kleine Flughafen lässt sich nicht übersehen. Umringt wird die Stadt von einer beeindruckenden, stark bewaldeten Bergwelt. Bei gutem Wetter kann man sogar bis Myanmar sehen. Zum Gipfel des Kong Mu Berges gelangt man entweder über eine Serpentinstraße mit dem Auto bzw. Motorrad oder zu Fuß die Treppen hinauf. Auf jeden Fall ist ein Besuch aufgrund der Aussicht sehr empfehlenswert. Besonders schön soll er zu Sonnenauf- und untergang sein. Touristische Angebote wie kleinere Läden und Essensstände lassen sich ebenso auf dem Gipfel finden.

Wir nutzen mit unseren Maschinen die Serpentinenstraße, um zu den Chedis zu gelangen und genossen anschließend kurz die Aussicht auf Mae Hong Son. Die Wolken zogen trübe entlang der Berge  – ein beeindruckendes Bild. Da wir jedoch Sorge vor einem erneuten Regenschauer hatten, verweilten wir nicht lange, sondern fuhren nach kurzer Zeit wieder zurück ins Tal. Kong Mu Blick Mae Hong SonDort steuerten wir sofort einen 7eleven an, um uns erst einmal mit Regenponchos einzudecken. Wir hatten Glück und kauften die letzten 3 Stück. Nun konnten wir ein wenig beruhigter auf unsere weitere Tour gehen, waren wir so doch nun wenigstens ein wenig vor einem möglichen Guss geschützt. Der Himmel war bedeckt und wir wussten nicht, wann uns erneuter Regen erwarten könnte, doch nun bedeutend besser ausgestattet, begaben wir uns in Richtung des nächsten Zieles: einem Longneck Dorf kurz vor der Grenze zu Myanmar.

Ein unerwartet beeindruckendes Erlebnis

Einem Longneck Dorf? Was ist das überhaupt? Kurz vor der burmesischen Grenze leben FlüchtlingeLanghalsfrau mit alten Traditionen in kleinen Dörfern. Ende der 80er Jahre von der aufständischen Karenni-Armee aus Myanmar hierhergebracht, leben nun kleinere Gruppen an Menschen des sogenannten Padaung-Karen Volkes in einfachen Holzhütten in diesen Dörfern. Traditionell verlängern einige der Frauen immer noch mit Messingringen ihre Hälse. Du hast sicherlich auch bereits schon einmal ein Bild von den Langhalsfrauen gesehen. Ich kannte solche Bilder bisher auch nur aus dem Fernsehen, doch nun wollte ich diese Tradition auch gern mal in echt auf mich wirken lassen. Die Anfahrt erfolgt über holprige Straßen und einem am Ende unbefestigten Weg. Longneck DorfWas wir genau dort erlebten, wie du dort hinkommst und was dich erwartet, kannst du in einem gesonderten Bericht detailliert nachlesen. Ich kann dir bereits verraten: es war pures Abenteuer und wir erlebten mit den Kindern im Dorf solch einen bewegenden Moment, dass ich ihn nie wieder vergessen werde. Hier geht es zum Bericht. Obwohl sich der Besuch des Karen-Dorfes dank der schwierigen Witterungsbedingungen als echte Herausforderung entpuppte und ich zwischendurch am liebsten umgekehrt wäre, war er am Ende einer der einprägsamsten Momente des kompletten Thailand-Trips.

Die Bambusbrücke mitten im Nirgendwo

Nachdem wir das Dorf besucht hatten, kehrten wir zurück in Richtung des H1095, der uns weiter nach Soppong bringen sollte. Doch das erste Stück fuhren wir auf einer Nebenstraße parallel zum Highway. Auf diesem Weg befand sich noch eine beeindruckende Bambusbrücke, die wir gern besuchen wollten. Kurz bevor wir die Brücke erreichten, fing es erneut an zu regnen. Doch wir konnten uns glücklicherweise unterstellen und aßen Mittag. Währendessen prasselte der Regen außerhalb der Bedachung hernieder. Als wir gerade fertig gespeist hatten, zog der Niederschlag ab: Perfektes Timing. Also ging es nun auf zur Brücke, die wir nach wenigen Minuten erreichten. Sutongpe Bridge TalDie Sutongpe Bridge spannt sich über Reisfelder und den Sa-nga Fluss und wurde gebaut, damit die Menschen auch in der Regenzeit auf die andere Seite des Tals gelangen. Da der Sa-nga Fluss in dieser Periode häufig über die Ufer tritt, werden die Reisfelder geflutet. Eine Durchquerung des Tals ist dann nicht mehr möglich. Doch die Brücke schaffte Abhilfe. Auf der anderen Seite des Tales liegt auf einem kleinen Hügel ein Tempel, der sich über die Brücke und einer Bambustreppe erreichen lässt. Am Horizont erheben sich erneut bewaldete Berge, die ein idyllisches Bild zaubern. Dank des Wetters war niemand sonst an der Bambusbrücke. Somit konnten wir abgeschieden von jeglichem Tourismus das Ambiente genießen. So liebe ich es.

Kreativität gegen die Kälte ist gefragt

Nachdem wir die Bambusbrücke wieder zurück überschritten hatten und zu unseren mittlerweile sehr dreckigen Maschinen zurückgekehrt waren, fuhren wir nach wenigen Kilometern wieder auf den Highway. Nun begaben wir uns endgültig auf den Weg nach Soppong. Hindurch durch die bewaldete Bergwelt Thailands, in denen an diesem Tag schwere Regenwolken hingen, kämpften wir uns Kilometer um Kilometer Richtung unseres Tagesziels. Ein Kampf war es an diesem Tag tatsächlich. Die niedrigen Temperaturen machten uns arg zu schaffen und verhinderten ein zügiges Vorankommen. Zwar hatten wir dankenswerterweise Glück mit dem Regen und wurden von keinem weiteren Schauer überrascht, aber 12°C Außentemperatur und der kalte Fahrtwind lassen einen komplett durchfrieren, wenn man nur so leicht bekleidet ist, wie wir es waren. Eine dünne lange Hose, ein dünner Pullover und eine leichte Regenjacke konnten die Kälte nicht fernhalten. Bei einem kurzen Zwischenstopp fingen wir somit an kreativ zu werden. Handschuhe aus SockenZunächst wurden alle T-Shirts, die wir mithatten, als Lagen übereinander gezogen. Anschließend wurden Socken mit dem Taschenmesser aufgeschnitten, um diese als „Handschuhe“ nutzen zu können. Meine Kniebandage musste zudem als Unterarmwärmer herhalten. Chacka, zwar froren wir immer noch, aber dennoch schafften diese Maßnahmen eine kleine Besserung. Trotzdem erreichten wir erst gegen Abend völlig durchgefroren und entkräftet Soppong, wo wir uns eine Unterkunft entlang der Hauptstraße besorgten. Glücklicherweise hatte diese Warmwasser, so dass wir uns mit einer heißen Dusche erst einmal ins Reich der Lebenden zurückholen konnten. Doch der Wetterbericht für die kommenden Tage ließ nichts Gutes erahnen. So hofften wir beim zu Bett gehen, dass sich dieser irrte und der nächste Tag doch besser wird.

Tipps:

  1. Besuche unbedingt den Hausberg von Mae Hong Son – der Ausblick auf die Stadt und die Umgebung ist fantastisch. Bei Sonnenauf- und untergang soll dieser sogar noch wundervoller sein. Du erreichst den Gipfel entweder per Straße oder zu Fuß über eine Treppe
  2. Die Sutongpe Bridge liegt nur ca. 15 Kilometer von Mae Hong Son entfernt und ist ein schönes Ausflugsziel. Abgelegen von jeglichem Tourismus erreichst du sie, indem du Mae Hong Son über die H1095 Richtung Norden verlässt. Nach einigen Kilometern biegst du nach links ab und überquerst den Fluss. Diesem folgst du parallel in Richtung Norden. Rechterhand findest du dann den Parkplatz, von dem du aus zu der Bambusbrücke gelangst. Die Brücke ist auf der Hauptstraße auch ausgeschildert. Jedoch können diese Schilder leicht übersehen werde. Nutze aus diesem Grund besser Google Maps oder eine andere Karte, um die Brücke zu finden.
  3. Ich kann dir den Artikel über die Dörfer der Langhalsfrauen sehr ans Herz legen. Dort erfährst du, welche Dörfer es gibt und ob sich ein Besuch lohnt.
  4. Die meisten Unterkünfte in Soppong befinden sich entlang der Hauptstraße. Wir nächtigten im Little Eden Guesthouse, was ich sehr empfehlen kann. Viel Grün, ein Pool und eine tolle überdachte Terasse direkt am Fluss, welche dich fühlen lässt, als wärst du mitten im Dschungel, bieten ein schönes Ambiente. Tipps über Aktivitäten rund um Suppong erfährst du im nächsten Artikel.

Tagesstrecke: 111km

Was dich im nächsten Teil erwartet: Die Schlechtwetter- und Kältewelle hält an. Wie wir mit dieser umgehen und welche Ausflugsziele es in der Nähe von Soppong gibt, erfährst du im nächsten Artikel.

Außerdem in den nächsten Teilen: Die restlichen Tage unserer Tour, sowie viele Tipps und Hinweise rund um die Mae Hong Son Loop

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