Mae Hong Son Loop – Rausch von Freiheit Teil 1

bikesKennst du bereits die Mae Hong Son Loop in Thailand? Die dich hindurch führt durch die thailändische Berglandschaft, vorbei an Reisfeldern, durch Dschungel, Wälder, Berg auf und Berg ab? Nein? Dann hast du bisher etwas verpasst und solltest das unbedingt nachholen. Vor allem wenn du genauso natur- und motorradbegeistert bist, wie ich (ok, du kannst auch mit dem Auto fahren, aber wieso es mit dem Motorrad mehr Freude macht, erfährst du später). Bereits seit ich ein Kind bin, träume ich davon eines Tages einen Motorradführerschein zu machen, doch bisher reichte leider nie das Geld. Umso hellhöriger wurde ich, als ich von der legendären Mae Hong Son Loop im Nordwesten Thailands erfuhr. Doch was ist diese Loop überhaupt und wo führt sie lang? Wie viele Tage solltest du einplanen und auf was solltest du achten? Alle dazu wichtigen Infos findest du in dieser Artikelserie. Gleich vornweg: Die Tour war eines der Highlights meines Trips durch Thailand. Es fiel mir schwer, am Ende das Motorrad wieder zurück zu geben. Hatte ich doch so tolle Stunden auf der Maschine verbracht umgeben von einer einzigartigen und ständig wechselnden Landschaft.

Die Mae Hong Son Loop

Die Mae Hong Son Loop ist ein Straßenabschnitt im Nordwesten von Thailand in der Nähe der Grenze zu Myanmar. Startend ab Chiang Mai verbindet sie auf ca. 900 km Mae Sariang mit der namensgebenden Stadt Mae Hong Son und diese wiederum mit der Backpackerhochburg Pai, von wo aus du wieder nach Chiang Mai kommst. Das Besondere dieser Strecke ist, dass sie dabei 3934 Kurven für dich bereit hält…

3934!

Die Zahl muss ich mir jedes Mal aufs Neue auf der Zunge zergehen lassen. Ich kann dir sagen, es sind tatsächlich so viele. Ich habe sie zwar nicht mitgezählt, aber ich war die ganze Zeit am Kurven fahren. Nach rechts, nach links, wieder nach rechts….eingetaucht in einem Rausch des Kurvenfahrens.

Die Vorbereitungen

Bereits von Deutschland aus, organisierte ich die Reservierung von zwei Maschinen in Chiang Mai. Da gerade Hochsaison war (wir starteten Mitte Januar 2016) gestaltete sich dies jedoch etwas schwieriger als ich erwartet hatte, da viele Maschinen bereits vergriffen waren. Nach mehreren erfolglosen Anfragen fand ich doch noch einen Anbieter, der noch mehr als genug Motorräder zur Verfügung hatte und so reservierte ich überglücklich zwei 250cc Crossmaschinen. Doch bereits vor Reiseantritt hatte ichmae hong son loop bikes Sorge, ob ich mit meinen 1,61m nicht zu klein für die Maschine bin also entschloss ich, dass ich den Tag vor Tourstart beim Anbieter vorbei gehen wollte, um mir die Maschine anzusehen. Gesagt getan und es stellt sich heraus, dass ich Recht behalten sollte. Also entschied ich mich nochmal um und nahm nun eine Yamaha Slaz 150cc anstatt der bestellten Honda CRF 250cc. Sichtlich beruhigt konnte ich mich nun an die restlichen Tourvorbereitungen wie Routenplanung und Kartenkauf machen.

Ein paar Tipps zur Ausleihe:

  1. Reserviere dir vorab bereits deine Maschine(n). Gerade in der Hochsaison sind diese oft vergriffen, von daher empfehle ich dir, dich bereits von zu Hause aus darum zu kümmern
  2. Achte darauf, dass du auch einen Helm ausleihst. Die Thais haben es nicht so mit dem Tragen eines Helmes…Auch wenn die Helme eher von der Stabilität an Fahrradhelme erinnern und nur bedingt Schutz bieten, solltest du eine Tragen, um nicht unnötig von der Polizei angehalten zu werden und um wenigstens ein klein wenig Schutz zu haben. Oder bringe dir deinen eigenen aus Deutschland mit, falls du den Platz hast. Da kannst du wenigstens sicher sein, dass er schützt
  3. Nimm ein Motorrad und keinen Scooter. Die Aussagen, dass die Strecke auch mit einem Scooter machbar sind, halte ich für schlechte Empfehlungen, da es ständig Berge hinauf und hinunter geht und dir somit jegliche Fahrfreude verloren gehen wird, wenn du einen Scooter hast. Falls du doch einen nimmst, nimm keinen unter 125cc.
  4. Überschätze dich nicht! Die Strecke ist durch die vielen zum Teil sehr steilen Kurven anspruchsvoll. Zudem kommen dazu noch schlechte Straßenverhältnisse. Nimm also eine Maschine, die du auch wirklich beherrschen kannst oder starte erst gar nicht, wenn du dir die Strecke nicht zutraust (dazu im letzten Teil der Serie mehr)

Die Tour beginnt: Chiang Mai bis Mae Chaem

Es war gerade mal der 3. Tag unseres Thailand Trips und schon ging es los auf eines der Highlights: Die Mae Hong Son Loop. Du kannst dir nicht vorstellen wie aufgeregt, aber gleichzeitig nervös ich auch war. Werde ich es schaffen trotz fehlendem Führerschein diese Maschine zu fahren? Bekommen wir überhaupt Helme? Wie sollen wir den Linksverkehr überstehen? Lohnt es sich die Mae Hong Son Loop überhaupt zu fahren? Fragen über Fragen machten sich zunächst in meinem Kopf breit. Vor allem der Kamikaze-Thai-Linksverkehr bereitete mir zunächst große Sorgen. Wir hofften diesen ein wenig umgehen zu können und holten bereits früh halb neun die Maschinen ab. Nachdem wir den Papierkram schnell erledigt und uns einigermaßen passende Helme herausgesucht hatten, stürzten wir uns ins Getümmel. Na gut, ich hatte mir vorher bereits ausgedacht, dass wir sofort in die nächste Seitengasse abbiegen, um uns erst einmal mit den Maschinen etwas vertraut zu machen. Nichts da, von wegen Berufsverkehr durch zeitiges Aufstehen umgehen. Die Straßen waren völlig überfüllt. Aber was soll‘s, immerhin war die Gasse leer. Nachdem wir diese mehrmals hoch und runter gefahren sind, entschlossen wir uns nun endgültig zu starten und Chiang Mai auf kleineren Straßen zu verlassen.mae nam ping Entlang des Mae Nam Ping Flusses legten wir die ersten Kilometer der Mae Hong Son Loop zurück. Wir durchfuhren unzählige Dörfer, in die der Tourismus noch keinen Einzug gehalten hatten und genossen diesen authentischen Anblick, der von einer strahlenden Sonne begleitet wurde. Besser konnte der Tag nicht starten. Nachdem wir uns gegen Mittag sicher genug fühlten, wagten wir uns auf den Hwy 108, wo uns prompt mehr Spuren und höhere Geschwindigkeiten erwarteten. Doch wir vertrauten unseren Fähigkeiten nun mehr und gaben Gas, um endlich Kilometer schaffen zu können. Nach einer Mittagspause und einer Stärkung in Chom Thong ging es weiter Richtung unseres ersten Etappenzieles: dem Mae Ya Wasserfall. Der 260m hohe und ca. 100m breite Wasserfall stürzt sich majestätisch in die Tiefe und formt einen wundervollen Flusslauf, in dessen Bett auch die ein oder andere Erfrischung möglich ist. Auf dem Weg zu dem Wasserfall ging es nun das erste Mal ein wenig in die Berge, wodurch wir einen Vorgeschmack darauf bekamen, was uns die nächsten Tage erwarten sollte – flink flogen wir mit unseren Maschinen durch die Landschaft und nahmen eine Kurve nach der anderen.Mae Ya Wasserfall Nachdem wir über eine Stunde am Mae Ya Wasserfall verbracht hatten, war nun Sputen angesagt, denn es war mittlerweile 3 Uhr nachmittags und wir hatten bis dahin gerade einmal die Hälfte der Tagesstrecke geschafft. Wir kehrten also wieder zurück zur Hauptstraße und machten auf dieser noch einen kurzen Halt am Mae Klang Wasserfall bevor wir uns immer tiefer in den Doi Inthanon Nationalpark hinein in die Berge begaben. Gut motorisiert rauschten wir die Berge hinauf und ließen jedes Auto am Berg hinter uns. Kurve um Kurve nehmend machte sich bereits das erste Mal ein Gefühl von Freiheit und unbeschreibliche Glücksgefühle breit. Ich ermahnte mich: Hey, das hier ist tatsächlich die Realität, ich bin nicht am Träumen! Völlig gebannt von der Landschaft und dem Fahrgefühl legte ich Kilometer um Kilometer zurück. Ursprünglich war für diesen Tag auch noch der Doi Inthanon, der höchste Berg Thailands, als Ziel gesetzt, doch wegen der vorangerückten Stunde entschlossen wir uns diesen am nächsten Tag in Ruhe zu besichtigen. Also fuhren wir weiter bis Mae Chaem und durchquerten den dabei wohl anspruchsvollsten Streckenabschnitt. Abwärtsgehend vom Fuße des Doi Inthanon ins Tal Doi Inthanonbis nach Mae Chaem zogen sich eine steile Kurve nach der anderen, die meist nur mit sehr geringer Geschwindigkeit befahren werden konnten, um keinen Unfall zu verursachen. Nur durch ständiges Ermahnen, die Kurven nicht zu unterschätzen, konnten wir heil den Berg hinunter kommen. So langsam machte sich auch die Dämmerung breit, doch bevor die Dunkelheit komplett einkehrte, erreichten wir endlich unser Tagesziel: Mae Chaem. Im Reiseführer schlugen wir schnell Übernachtungsmöglichkeiten nach und peilten eine davon an. Ohne Probleme bekamen wir dort sofort einen kleinen Bungalow mit schönen Blick auf die Berge und so konnten wir völlig erschöpft, aber überglücklich ins Bett fallen.

Tagesstrecke: 165km

Was dich im nächsten Teil erwartet: Von Mae Chaem nach Mae Sariang mit Zwischenhalt auf Thailands höchstem Berg und am Ob Luang Canyon.
Außerdem in den nächsten Teilen: Die restlichen Tage unserer Tour, sowie viele Tipps und Hinweise rund um die Mae Hong Son Loop

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