Angst – dein Freund oder größter Feind?

AngstDu hast Angst davor dein Leben zu Verändern? Etwas komplett Neues zu wagen? Angst davor ein altes Laster loszulassen? Vor zu viel Veränderung? Du wünscht dir so sehr deine Träume zu leben, aber hast Angst davor diese zu verfolgen? Hast Angst davor zu scheitern?

Dann frage ich dich

Warum?

Warum stehst du dir selbst so im Weg? Warum wagst du nicht eine Veränderung?

Ich weiß selbst wie es ist, von der Angst beherrscht zu werden. Lange saß sie mir immer wieder im Nacken. Sie bestimmte mein Leben und ließ mich immer wieder zweifeln. Trübte meinen Geist und verdunkelte meine Gedanken. Als ständiger Wegbegleiter ließ sie mich nie aus den Augen. Doch heute sage ich mir

FUCK OFF!

Ich bin Herr über mich Selbst und habe diesem Gefühl den Kampf angesagt. Meine Methoden und Gedanken dazu, möchte ich hier nun mit dir teilen. Vielleicht steckst du ja gerade auch in diesem Teufelskreis fest ständiger Sklave der Angst zu sein, so dass dir dieser Artikel Anregungen geben könnte daraus auszubrechen.

Vornweg muss ich sagen, dass ich in meinem Leben bereits viel Scheiße fressen musste. Kein Wunder, dass mich irgendwann die Angst beherrscht hat. Ich hatte Angst davor abends allein auf der Straße unterwegs zu sein. Ich hatte Angst davor Entscheidungen zu treffen. Schließlich könnte ich ja die „Falsche“ fällen. Ich hatte Angst davor mich mit Leuten zu unterhalten. Angst davor aus dem Haus zu gehen. Angst davor meine Träume zu leben und die Sachen zu verfolgen, für die ich brenne, schließlich könnte ich damit ja jemanden vor den Kopf stoßen. Kurz um: ich hatte Angst vor allem, vor allem davor so zu leben wie ich es gern möchte. Es war ein langer Weg, bis ich verstanden habe, dass Angst mein größter Feind ist. Sie schnürte mich ein und hinderte mich daran meine Träume zu leben. Vor jeder Entscheidung begannen sofort die Stimmen im Kopf und fragten mich, ob ich das wirklich tun wolle. Was ist, wenn etwas schief geht? Also zögerte ich oder ließ es komplett sein.

Vom Feind zum Freund

Doch davon möchte ich heute nichts mehr wissen. Ich möchte selbst Herr über meine Sinne sein. Dafür nehme ich die Angst bewusst wahr, wenn sie sich meldet und begrüße sie als einen Freund. Denn so ehrlich muss ich sein, sie hat auch etwas Gutes. Sie macht mich aufmerksamer und schärft mein Bewusstsein. Somit kann sie hilfreich sein, um über Sachverhalte gezielter nachzudenken und anschließend eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen. Doch der entscheidende Unterschied ist heute, dass ich mich von diesen Gedanken nicht einschränken lasse, sondern sie meinen Horizont und meine Wahrnehmung erweitern. Sobald die Angst aufkommt, frage ich sie, was sie denn zu sagen hat. Und finde anschließend Argumente, um sie wieder ruhig zu stellen. Denn was kann schon groß passieren? Letztendlich kann ich nur gewinnen. Klar kommt es auch mal vor, dass eine Entscheidung ungewollte negative Folgen hat, doch daraus kann ich lernen, wie ich es beim nächsten Mal besser machen kann. Selbst eine Fehlentscheidung macht mich stärker. Sie macht mich weiser. Wenn wir ehrlich sind, braucht keiner Angst vor dem Scheitern zu haben. Denn was ist Scheitern schon? Die Erwartungen an sich selbst oder die andere an einen haben nicht zu erfüllen? Vielleicht noch etwas anderes? Doch mir stellt sich die Frage, ob diese Erwartungen stets vorteilhaft sind. Warum muss ich irgendetwas so machen, wie andere es von mir erwarten? Genau, muss ich nicht! Und meine eigenen Erwartungen…tja, die kann ich jeder Zeit aufs neue auf den Prüfstand stellen, ob sie wirklich angemessen waren. Denn wie ich schon schrieb, selbst wenn eine Entscheidung negative Folgen mit sich bringt, hat diese zwar vielleicht nicht meine Erwartungen erfüllt, doch das heißt nicht, dass sie schlecht war, auch wenn mir das meist erst viel später richtig bewusst wird. Stattdessen sollten meine Erwartungen das nächste Mal wohl anders gesteckt sein. Außerdem hat mich bisher jeder Fehler immer weiter gebracht, vorausgesetzt ich bin bereit dazu aus diesem zu lernen. Wovor sollte ich also Angst haben?

Eine Strategie gegen Angst und Sorge

Ich stelle immer wieder an vielen Leuten in meinem Umfeld fest, dass sie sich viel zu sehr sorgen, viel zu sehr Angst haben. Es ist auch leichter gesagt als getan sich dieser entgegenzustellen. Ich weiß das selbst ja nur zu gut. Doch ich habe letztens einen interessanten Ansatz in dem Buch „Sorge dich nicht – lebe!“ Von Dale Carnegie gelesen, der hoffentlich auch dir weiter hilft. Carnegie beschreibt eine Strategie, die er von Willis Carriers übernommen hat, die dabei hilft Ängste und Sorgen abzubauen, sobald sie auftauchen. Der Ansatz besteht aus 3 Schritten, die angewendet werden sollen, sobald solche Gedanken auftauchen.

  1. Als erstes steht die Frage, was könnte am schlimmsten passieren?Stehst du vor einer Entscheidung oder einer Situation, die dir Angst bereitet, frage dich, welche schlimmsten Folgen du zu erwarten hast, wenn du dich falsch entscheidest oder falls etwas schief geht. Male dir diese Folgen in allen Kleinigkeiten aus, auch wenn dies schwer fällt. Nachdem du sie in allen Details durchgegangen bist, fahre mit Schritt 2 fort.
  2. Akzeptiere die schlimmsten FolgenSobald du versuchst, die Folgen zu akzeptieren, bereitest du dich bereits auf den worst case vor. Es ist im ersten Augenblick unangenehm und vermutlich erschreckend, doch du wirst feststellen, dass sich dadurch bereits vorher eine gewisse Beruhigung erzielen lässt. Zumal nun noch Schritt 3 folgt.
  3. Versuche nun nach besten Gewissen diese Folgen abzuwendenIn deinem Bewusstsein sind nun mögliche Auswirkungen präsent. Dadurch hast du den entscheidenden Vorteil, dass du nun alles daran setzen kannst, dass diese Folgen nicht eintreten oder versuchen kannst Lösungen zu finden, um diese abzumildern.

 

Nachdem ich diese 3 Schritte gelesen hatte, stellte ich fest, dass ich Schritt 1 bereits unbewusst angewendet habe. Jedoch habe ich bei meinen Überlegungen festgestellt, dass die schlimmen Folgen, vor denen ich Angst hatte, bei genauerer Betrachtung meistens gar nicht so schlimm waren. Schließlich ermöglicht jedes „Versagen“ auch neue Blickwinkel. Es stärkt und schult. Natürlich setzt das ein gewisses Grundvertrauen voraus, was an den Tag gelegt werden muss, und ich gebe zu, dass auch ich mitunter noch meine Schwierigkeiten damit habe. Doch sobald die Angst wieder droht mich einzufangen, nutze ich entweder den Ansatz von Carriers komplett oder nur Schritt 1, um festzustellen, dass mögliche Folgen gar nicht so schlimm sind. Ich bin der Meinung, dass sich schon alles finden wird, so lange wie ich auf meine Intuition kombiniert mit meinen Verstand und meine Fähigkeiten vertraue. Das heißt natürlich nicht leichtsinnig zu werden. Ein wenig Grundvertrauen ist auch notwendig. Doch ich merke eins, mich von der Angst in einen Käfig sperren zu lassen und nicht zu leben, bereitete mir viel größere Ängste und Sorgen, als alles andere.

Also vertraue dir und deinem Verstand und wage etwas! Löse dich von der Angst und lass dich nicht von ihr beherrschen.

Wie sieht es bei dir aus – ist die Angst dein Freund oder Feind? Hast du auch bereits erfolgreiche Methoden zum Bekämpfen der Angst gefunden oder andere spannende Erfahrungen gemacht?

be free

2 Kommentare, RSS

  1. Andrea 28. September 2016 @ 13:21

    Danke für den wunderbaren Bericht! Ich leide seit meiner Kindheit an Ängsten, die Ärzte nennen es eine Angststörung. Manche konnte ich bereits besiegen, andere nicht. Dein Artikel macht Mut!

    • Bine

      Bine 30. September 2016 @ 8:34

      Es freut mich sehr zu hören, dass der Artikel dir Mut gemacht hat – das berührt mein Herz. Lass dich nicht unterkriegen. Es ist bereits ein großer Schritt, dass du einige deiner Ängste bereits besiegen konntest. Auch die anderen werden sicherlich diesem Vorbild noch folgen. Es bedarf nur Zeit. Bei mir hat es auch Jahre gedauert, bis ich viele meiner Ängste ablegen konnte. Es ist ein Prozess, der stetig anhält. Doch die Erfolge motivieren.

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